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Nachruf Rudolf Reimann

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IN MEMORIAM: NIKOLA MAK

(Čeminac/Laschkafeld 18.11.1937. – Essek/Osijek 16.11.2021.)

Abschied vom letzten Esseker

In den frühen Morgenstunden des 16. November 2021 hörte das große Herz von NIKOLA MAK auf zu schlagen. NIKOLA MAK, geboren in Čeminac/Laschkafeld in der kroatischen Baranya (Branau), lebte seit seinem zweiten Lebensjahr in Essek/Osijek, wo er das Ende des Zweiten Weltkriegs erleben konnte und somit auch den Beginn der Verfolgung der deutschen Bevölkerung in Kroatien.

Zusammen mit seiner Familie war er als Kind von Mai 1945 bis April 1946 in mehreren Lagern für Deutsche in Kroatien, in Krndija, in Josipovac und in Valpovo inhaftiert, was sein zukünftiges Leben tief geprägt hat. Nach seiner Entlassung aus dem Lager, wo sein Vater am Typhus und der ältere Bruder einige Jahre später an den Folgen der Lagerinhaftierung gestorben sind, blieb er in Osijek mit seiner Mutter.

Er absolvierte die Juristische Fakultät in Osijek. Obwohl er seine Karriere in der Wirtschaft, in der Zuckerfabrik in Beli ­Manastir, begann, war sein Berufsleben von seinem Engagement im gesellschaftlichen Bereich geprägt, in dem er vor allem in Osijek unvergessliche Spuren hinterließ.
Seinen außerordentlichen Beitrag zur Erhaltung und Wiederbelebung der deutschen und österreichischen Minderheiten leistete er als einer der Gründer der Esseker/Osijeker Zweigstelle, der späteren Zentrale der Deutschen Gemeinschaft in Kroatien.

Er war bis 2006 Präsident der Deutschen Gemeinschaft (Volksdeutschen Gemeinschaft – Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien) und danach ihr langjähriger Ehrenpräsident.

NIKOLA MAK war auch Mitglied des Vorstandes des Weltdachverbandes der Donauschwaben, Sekretär der Kroatisch­-Deutschen Gesellschaft in Osijek, stellvertretender Präsident des Rates für nationale Minderheiten der Regierung der Republik Kroatien, Präsident des Rates der Deutschen Nationalen Minderheit und Koordination der Räte und Vertreter der nationalen Minderheiten der Gespanschaft Osijek-­Baranja. Von 2003 bis 2007 war er Mitglied des kroatischen Parlaments als Abgeordnete von 12 nationalen Minderheiten, darunter Deutsche und Österreicher.
Systematisch, engagiert, fokussiert und beharrlich wie er war, realisierte er erfolgreich zahlreiche und für die deutsche Minderheit in Kroatien wichtige Projekte, wie die Errichtung von Denkmälern an den Leidensorten der Deutschen im kommunistischen Jugoslawien und die Gründung und Errichtung der Gedenkstätte der Donauschwaben in Valpovo. Er war bis zum letzten Tag seines Lebens aktiv und koordinierte zahlreiche Kulturprojekte der Deutschen Gemeinschaft in Kroatien.
Für sein öffentliches Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. NIKOLA MAK wurde 2011 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und dem Siegel der Stadt Osijek ausgezeichnet.

Die Gedenkstunde und die Beisetzung fanden am Samstag, den 20. November 2021 in Osijek statt. Zahlreiche Landsleute aus Kroatien und Serbien haben sich an dem Tag zum letzten Mal von NIKOLA MAK verabschiedet.

Auf Wiedersehen, Herr Mak!
Ruhe in Frieden!